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  • Marina Staudacher

Coronavirus, was sollten sie wissen

Höhere Sterblichkeit bei alten Menschen

Nach einer von Chinas Gesundheitsbehörde vorgestellten Analyse sterben im Land 2,3 Prozent der mit dem Virus Infizierten. Betroffen seien weiterhin vor allem alte Menschen und solche mit schweren Vorerkrankungen wie Herzkreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Bei Menschen über 80 Jahren liege die aus den bisher vorliegenden Daten errechnete Todesrate bei knapp 15 Prozent, berichtete die Behörde am Dienstag, es sterben also in dieser Altersgruppe in China im Mittel etwa 15 von 100 Infizierten. In der Gruppe der 10 bis 39 Jahre alten Menschen sterben 0,2 Prozent der Infizierten, also etwa 2 von 1000 Betroffenen.

In der weit überwiegenden Zahl der Fälle - der Gesundheitsbehörde zufolge mehr als 80 Prozent - zeigen Menschen, die sich mit dem Covid-19-Erreger angesteckt haben, nur milde Symptome. Knapp 14 Prozent der Betroffenen entwickeln demnach schwere Symptome wie Atemnot, knapp 5 Prozent lebensbedrohliche Auswirkungen wie Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen.


Bei 4 von 5 Infizierten nur milde Symptome

Auch der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Montag unter Bezug auf die Datenanalyse aus China von gut 80 Prozent milden Infektionsverläufen gesprochen. Es gebe zudem relativ wenige Fälle bei Kindern, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus. Noch sei aber unklar, warum das so sei.

Generell geben die Daten aus China eher einen Trend wieder als die tatsächlichen Werte - unter anderem, weil in die Analyse auch Fälle ohne Bestätigung der Infektion durch einen Labortest einflossen. Zudem sei die Dunkelziffer der Covid-19-Infizierten (wie das Virus offiziell genannt wird) in der Provinz Hubei vermutlich sehr hoch, sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin an der München Klinik Schwabing. «Wer geht denn jetzt noch ins Krankenhaus zum Arzt, wenn er Angst hat, unter Quarantäne steht und die Wohnung ohnehin nur schwer verlassen kann?»


WHO: Weltweite Entwicklung ungewiss


Die WHO betonte erneut, dass Sars-CoV-2 außerhalb von China nur einen sehr kleinen Anteil der Menschen betreffe. Allerdings lasse sich die weitere Entwicklung nach wie vor nicht sicher voraussagen - auch für die Epidemie in China nicht. «Alle Szenarien sind weiterhin möglich», so Tedros.

In China läuft derzeit eine gewaltige Rückreise-welle von Wanderarbeitern nach den wegen des Virus verlängerten Ferien zum chinesischen Neujahrsfest. Zwar wurden strenge Maßnahmen zur Kontrolle der Reiseströme ergriffen, wie gut sie wirken, wird sich aber erst noch zeigen. Die Zahl der in der offiziellen Statistik erfassten Fälle lag am Dienstag bei gut 72 000, die der Todesfälle in Festland-China bei 1868. Experten gehen allerdings von einer um ein Vielfaches höheren Dunkelziffer bei den Fallzahlen aus.


Klinikchef unter den Todesopfern

Die meisten Infektionen und Todesfälle werden weiterhin in Zentralchina in der schwer betroffenen Provinz Hubei gezählt. Zum ersten Mal fiel ein Krankenhauschef Covid-19 zum Opfer. Liu Zhiming, Direktor des Wuchang Hospitals in Hubeis Provinzhauptstadt Wuhan, sei am Montag gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur China News. Im Kampf gegen das Virus haben sich offiziellen Angaben zufolge bisher gut 3000 Ärzte und Pflegekräfte angesteckt.


Coronavirus: Gesammelte Informationen


Das neue Coronavirus, inzwischen von der WHO auf den Namen "2019-nCoV" getauft, hat eine Inkubationszeit von bis zu zwei Wochen – also können von der Infektion mit dem Virus bis zum Auftreten von Beschwerden bis zu 14 Tage vergehen. Der Erreger kann die unteren Atemwege befallen und verursacht bei einem Teil der Infizierten Lungenentzündungen. Typische Symptome sind trockener Husten, Fieber und Atemnot. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten mit Vorerkrankungen auf.


Prophylaxe und Behandlung


Der Virus wird vermutlich ähnlich wie die Grippe per Tröpfcheninfektion übertragen. Um sich vor einer Ansteckung zu wappnen, raten die Behörden, auf Händeschütteln zu verzichten, auf eine gute Hand hygiene zu achten und sich oft die Hände zu waschen. In möglicherweise betroffenen Gebieten ist es ratsam, größere Menschenansammlungen zu meiden und Abstand zu Infizierten zu halten. Um selbst andere zu schützen, sollte man beim Husten oder Niesen stets ein Taschentuch verwenden, zur Not die Ellenbeuge. Auch ein Mundschutz bewirkt am ehesten, dass man als Infizierter seine Umgebung nicht so leicht ansteckt.

Bisher sind noch keine Medikamente oder Impfungen bekannt, die 2019-nCoV direkt stoppen können. Deshalb werden Erkrankte vor allem in Bezug auf ihre Beschwerden unterstützt. Sie erhalten wenn nötig Antibiotika, um bakterielle Zweitinfektionen abzuwehren, Sauerstoff, um das Atmen zu erleichtern, oder auch eine unterstützende Beatmung.


Ähnliche bisher bekannte Erreger


2019-nCoV gehört zur selben Virusart wie der Erreger bei der Sars-Pandemie von 2002/2003. Sars steht für schweres akutes Atemwegssyndrom. Damals fielen rund 800 Menschen der Seuche zum Opfer.

Coronaviren können sowohl Menschen als auch Tiere infizieren. Viele Arten verursachen eher harmlose Erkrankungen wie Erkältungen. Allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten dazu.

Ein weiteres Beispiel ist Mers, das "Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus". Dieser Virentyp wurde 2012 erstmals identifiziert. Infektionen mit Mers haben ihren Ursprung auf der Arabischen Halbinsel und verursachen eine schwere Infektion der Atemwege, Lungenentzündung und Nierenversagen.

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